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Welche Gesundheitsbücher sind verlässlich?



Wie finde ich vertrauenswürdige Gesundheitswebsites?

Gute Gesundheitswebsites von schlechten zu unterscheiden, ist für den Laien häufig schwierig, bisweilen auch nicht möglich.
Qualitätssiegel sind nicht wirklich hilfreich, denn geprüft werden formale Vorgaben, die Inhalte können trotzdem schlecht sein.
Im folgenden finden Sie einige Hinweise für die Beurteilung von Gesundheitswebsites sowie meine persönlichen Tipps für gute Gesundheitswebsites und Beispiele für schlechte Gesundheitswebsites.

Kommerzielle Unabhängigkeit ist eine wichtige Voraussetzung für verlässliche Informationen. Viele Anbieter von Gesundheitsinformationen möchten Produkte oder Dienstleistungen verkaufen. Dies kann die Objektivität erheblich beeinträchtigen.

Überprüfen Sie, wer die Website mit welchen Motiven unterhält. Dies muss aus dem Impressum oder "Wir über uns" eindeutig hervorgehen.

Glauben Sie keinem Heilungsversprechen, egal von wem es kommt. Im Internet kann jeder (fast) alles schreiben und behaupten.

Höchste Vorsicht ist geboten, wenn Ihnen jemand etwas verkaufen möchte. Informieren Sie sich stets aus Anbieter-unabhängigen Quellen.

Treffen Sie keine Entscheidungen allein auf Grundlage selbst eingeholter Informationen - sprechen Sie stets mit der Ärztin bzw. dem Arzt Ihres Vertrauens.

Gute Seiten

deutsch

evidenzbasierte Informationen

Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien. Ein gemeinsames Informationsangebot der Bundesärztekammer, der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.
"Für Patienten" - hier finden Sie die informative, verständliche und ausführliche Patientenversionen, die mit Unterstützung von Patientenvertretern erarbeitet wurden - besonders empfehlenswert! Themen bisher: Asthma und COPD, Koronare Herzkrankheit. Weitere Krankheitsbilder folgen.

http://www.gesundheitsinformation.de. Unabhängige, evidenzbasierte Patienteninformationen des IQWiG - Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Die A-Z-Liste bietet einen guten Überblick über die behandelten Themen. Die Website ist im Aufbau.

Allgemeinmedizin-Leitlinien mit Patientenversionen (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin). Themen vorbildlich dargestellt. Die Patientenversionen legen dar, welche diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen sinnvoll und welche überflüssig sind - das hilft wirklich weiter. Bisherige Themen u.a.: Brennen beim Wasserlassen, Müdigkeit, Kreuzschmerzen, Ohrenschmerzen, Schlaganfall, Herzinsuffizienz.

Das Medizinische Wissensnetzwerk der Universität Witten/Herdecke http://www.evidence.de verfasst evidenzbasierte Leitlinien für Ärzte und Patienten.
Für Patienten gibt es auf der Website http://www.patientenleitlinien.de Leitlinien u.a. zu folgenden Themen:
Fieber im Kindesalter, Mittelohrentzündung, Demenz, Halsschmerzen, Asthma, Kopfschmerzen und Migräne, Bluthochdruck, Rückenschmerz/Kreuzschmerz.

Die Stiftung Warentest ist einer der führenden Anbieter vertrauenswürdiger, evidenzbasierter Gesundheitsinformationen. Mehrere der Gesundheitsbücher sind online verfügbar (kostenpflichtig).

Deutsches Cochrane Zentrum. Die Cochrane Collaboration erarbeitet und veröffentlicht Systematische Überrsichtsarbeiten von randomisierten kontrollierten Studien - diese stellen den Stand der Erkenntnis zur Wirksamkeit medizinischer Behandlungsweisen dar. Für Patienten gibt es englischsprachige Zusammenfassungen ("plain language summaries"). 700 der insgesamt 3.000 laienverständlichen Zusammenfassungen sind mittlerweile ins Deutsche übertragen worden und hier zu finden..

Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums bietet umfassende, verlässliche Informationen. Telefonische Anfragen und Email-Anfragen sind möglich. Finanzierung aus öffentlichen Mitteln.

Die Arzneimittelkommission Deutschen Ärzteschaft bietet Industrie-unabhängige Arzneimittelinformationen.
Sowohl bei den Patienteninformationen als auch bei den eher für Ärzte gedachten Therapieempfehlungen werden auch Veröffenlichungen älteren Datums aufgeführt. Ich empfehle die Nutzung nur solcher Publikationen, die weniger als drei Jahre alt sind, wie z.B. Kreuzschmerz (2007) Tumorschmerz (2007), Herzinsuffizinez (2007) und Depression (2006).

weitere empfehlenswerte Websites

Unabhängige Patientenberatung Deutschland. Informationen sowie nützliche und weiterführende Hinweise rund um das Thema Gesundheit sowie zu speziellen patientenrelevanten Themen. Beratung in gesundheitsrechtlichen Fragen. Auskünfte über ergänzende (regionale) Angebote der Gesundheitsversorgung.

Medizinische Kompetenznetze für eine Reihe von Krankheitsbildern, z.B. Depression, Schizophrenie. Ein staatlich gefördertes Projekt. Patienten-Information.de. Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin verweist hier auf mehr als 1.000 Websites, die den eigenen Qualitätskriterien genügen. Die Qualitätsprüfung bezieht sich nur auf formale Kriterien. Vertrauenswürdige Inhalte können damit zwar nicht garantiert werden. Im Ergebnis finden sich hier aber viele gute Websites.

Deutsches Ärzteblatt. Hier finden sich viele aktuelle und wertvolle Informationen. Suchmaske. Anleitung zur Suche als Powerpoint-Präsentation

Unklare und ungewöhnliche Symptome und Befundkonstellationen? Hier scheint Google einen Versuch wert zu sein, wie eine Studie im British Medical Journal gezeigt hat.

WIKIPEDIA Krankheitsbilder und Gesundheitsthemen werden zumeist verständlich und zutreffend abgehandelt. Verlässlichkeit ist hier aber nicht garantiert, daher sollte man WIKIPEDIA eher als ersten Einstieg nutzen.

Medizinisches Wörterbuch (Roche). Falls Sie sich noch kein medizinisches Wörterbuch in Papierform gegönnt haben (z.B. Pschyrembel, Roche), hilft Ihnen dieser Link weiter.

Die Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) sind in unterschiedliche Enbtwicklungsstufen eingeteilt. Leitlinien der Entwicklungsstufe S3 sind vergleichweise verlässlich.
Die Stufen S1 und S2 sind wissenschaftlich weniger gut begründet und in die Kategorie "mit Vorsicht genießen" einzuordnen.

mit Vorsicht genießen

Bei den folgenden, teils viel besuchten Websites verfolgen die Anbieter kommerzielle Intessen. Das ist zwar nicht verwerflich. Die Informationen sind aber nicht verlässlich, weswegen ich von der Nutzung für medizinische Entscheidungen dringend abrate. medinfo.de   netdoktor.de   onmeda.de    medizin-forum.de   medsuch.de    www.lifeline.de

U-Boote der Pharmazeutischen Industrie: diabetes.de = Novo Nordisk Pharma, parkinson-web.de = GlaxoSmithKline, osteoporose.com = Sanofi- Aventis und Procter & Gamble; u.v.a.m.

Patientengruppe als Sprachrohr der Pharmazeutischen Industrie: diabetikerbund.de - Website des Deutschen Diabetikerbundes.

Schlechte Seiten

Geben Sie in Google den Begriff "Haifischknorpel" ein. Jede Website, die Haifischknorpel zur Behandlung von Krankheiten oder Beschwerden empfiehlt, ist schlecht - nicht nur für die Haifische!

wissen-gesundheit.de. Ansprechend und professionell gestaltete Website. Verantwortlich zeichnet Dr. med. Günter Gerhardt, ein Allgemeinmediziner mit umfangreicher Medienerfahrung. Auf der Website bietet er einerseits nützliche und zutreffende Informationen, andererseits preist er auch zweifelhafte und als unwirksam erkannte Methoden an - eine ungute Mischung. Ich vermisse die Offenlegung der Finanzierung der Website und evtl. Interessenkonflikte.

Aloe vera gegen Bluthochdruck? Eine Seite, die nicht ein Körnchen Vertrauen verdient hat.

Ein Beispiel von Millionen für Websites mit Informationsschrott: Institut für Bachblütentherapie. "Institut" erweckt den Eindruck von Seriosität, aber der Begriff "Institut" ist nicht geschützt - jeder kann ein Institut für jedes beliebige Thema gründen. Wie so viele Heilweisen aus dem alternativen Bereich, handelt es sich bei der Bachblütentherapie offensichtlich um ein Mittel für und gegen alles, um ein Allheilmittel.

Dr. Matthias Rath zähle ich zu den skrupellosesten Geschäftemachern. Mit wissenschaftlichem und humanistischem Anstrich verspricht er Menschen, die wegen schwerer Erkrankungen nach Hoffnung und Hilfe suchen das Blaue vom Himmel herunter. Mit seinen überteuerten Vitaminpräparaten behauptet er so gut wie jede Krankheit heilen zu können. Mit Fallberichten zu einem weit gefächerten Spektrum von Krankheiten (z.B. Bauchspeicheldrüsenkrebs, Lungenkrebs, Herzinfarkt) weckt er bei verzweifelten Menschen falsche Hoffnungen.

Dr. Hulda Clark verspricht Heilung von allen Krankheiten, insbesondere von Krebs: dümmmer geht's nicht.

Qualitätssiegel

Leider von beschränktem Wert:

Health On the Net Foundation

afgis-Qualitätslogo zur Kennzeichnung von qualitativ hochwertigen Gesundheitsinformationsangeboten im Internet

gute Seiten englisch

Mit englischen Sprachkenntnissen haben Sie Zugang zu sehr guten Gesundheitswebsites. So werden z.B. von staatlicher Seite den Bürgerinnen und Bürgern in England und USA sehr gute und ausführliche Informationen zur Verfügung gestellt, für häufige genauso wie für seltene Krankheitsbilder.

Medizinisches Wörterbuch Deutsch-Englisch / Englisch-Deutsch, zur Übersetzung medizinischer Fachbegriffe
leo.org Online-Wörterbuch Deutsch-Englisch / Englisch-Deutsch

NHS direct Informationsservice für Bürger und Patienten des englischen National Health Service

National Library for Health des englischen National Health Service

www.healthfinder.gov Nationales Gesundheitsinformationszentrum des US-Gesundheitsministeriums

CDC - Krankheitsinformationen der Centers for Disease Control and Prevention

health.nih.gov Krankheitsinformationen des National Institute of Health (USA)

Patienteninformationen des National Cancer Institute.

www.mayoclinic.com Krankheitsinformationen der Mayo-Klinik (USA)

Bandolier's Healthy Living pages richtet sich an den medizinischen Laien. Evidenzbasierte, gut aufgearbeitete Informationen über ein breites Themenspektrum.

Therapeutics Initiative Evidenzbasierte und unabhängige Medikamenteninformationen der University of British Columbia, Kanada

DIPEX - Website für Patientenerfahrungen, getragen von einer gemeinnützigen Stiftung mit Sitz in Oxford. Mitbegründer ist Andrew Herxheimer, ein klinischer Pharmakologe, der sich seit vielen Jahren für unabhängige und evidenzbasierte Patienteninformationen engagiert.
"The DIPEx charity has produced a unique, award winning website aimed at patients, their carers, family and friends, doctors, nurses and other health professionals. Our aim is to cover 100 important illnesses and conditions, as well as covering areas such as immunisation, rare diseases, skin conditions, infertility, chronic illness and many, many more."

The Merck Manuals - Volltext, kostenlos. Komplettes kurzgefasstes Lehrbuch der gesamten Medizin als Patientenversion und als Arztversion.

Für Professionelle: elektronische Lehrbücher, wie z.B. UpToDdate - umfasst derzeit 70.000 Seiten. Die Beiträge werden mindestens zwei Mal im Jahr überarbeitet, das Datum der letzten und nächsten Version wird genannt. Für viele Krankheiten gibt es eine Patientenversion. Kostenpflichtig.

Medizinische Datenbanken und Fachzeitschriften

Vielleicht eher für Fortgeschrittene. Ein Versuch kann aber nicht schaden. Die beigefügten Powerpoint-Präsentationen sollen den Einstieg erleichtern.

Cochrane Reviews
Anleitung zur Suche als Powerpoint-Präsentation

British Medical Journal: Suchmaske
Anleitung zur Suche als Powerpoint-Präsentation

Pubmed (MEDLINE and other life science journals)
Anleitung zur Suche als Powerpoint-Präsentation


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