Kommerzielle Unabhängigkeit ist eine wichtige Voraussetzung für verlässliche Informationen. Viele Anbieter von Gesundheitsinformationen möchten Produkte oder Dienstleistungen verkaufen. Dies kann die Objektivität erheblich beeinträchtigen.
Überprüfen Sie, wer die Website mit welchen Motiven unterhält. Dies muss aus dem Impressum oder "Wir über uns" eindeutig hervorgehen.
Glauben Sie keinem Heilungsversprechen, egal von wem es kommt. Im Internet kann jeder (fast) alles schreiben und behaupten.
Höchste Vorsicht ist geboten, wenn Ihnen jemand etwas verkaufen möchte. Informieren Sie sich stets aus Anbieter-unabhängigen Quellen.
Treffen Sie keine Entscheidungen allein auf Grundlage selbst eingeholter Informationen - sprechen Sie stets mit der Ärztin bzw. dem Arzt Ihres Vertrauens.
Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien. Ein gemeinsames Informationsangebot der Bundesärztekammer, der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.
"Für Patienten" - hier finden Sie die informative, verständliche und ausführliche Patientenversionen, die mit Unterstützung von Patientenvertretern erarbeitet wurden - besonders empfehlenswert! Themen bisher: Asthma und COPD, Koronare Herzkrankheit. Weitere Krankheitsbilder folgen.
http://www.gesundheitsinformation.de. Unabhängige, evidenzbasierte Patienteninformationen des IQWiG - Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Die A-Z-Liste bietet einen guten Überblick über die behandelten Themen. Die Website ist im Aufbau.
Allgemeinmedizin-Leitlinien mit Patientenversionen (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin). Themen vorbildlich dargestellt. Die Patientenversionen legen dar, welche diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen sinnvoll und welche überflüssig sind - das hilft wirklich weiter. Bisherige Themen u.a.: Brennen beim Wasserlassen, Müdigkeit, Kreuzschmerzen, Ohrenschmerzen, Schlaganfall, Herzinsuffizienz.
Das Medizinische Wissensnetzwerk der Universität Witten/Herdecke http://www.evidence.de verfasst evidenzbasierte Leitlinien für Ärzte und Patienten.
Für Patienten gibt es auf der Website http://www.patientenleitlinien.de Leitlinien u.a. zu folgenden Themen:
Fieber im Kindesalter, Mittelohrentzündung, Demenz, Halsschmerzen, Asthma, Kopfschmerzen und Migräne, Bluthochdruck, Rückenschmerz/Kreuzschmerz.
Die Stiftung Warentest ist einer der führenden Anbieter vertrauenswürdiger, evidenzbasierter Gesundheitsinformationen. Mehrere der Gesundheitsbücher sind online verfügbar (kostenpflichtig).
Deutsches Cochrane Zentrum. Die Cochrane Collaboration erarbeitet und veröffentlicht Systematische Überrsichtsarbeiten von randomisierten kontrollierten Studien - diese stellen den Stand der Erkenntnis zur Wirksamkeit medizinischer Behandlungsweisen dar. Für Patienten gibt es englischsprachige Zusammenfassungen ("plain language summaries"). 700 der insgesamt 3.000 laienverständlichen Zusammenfassungen sind mittlerweile ins Deutsche übertragen worden und hier zu finden..
Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums bietet umfassende, verlässliche Informationen. Telefonische Anfragen und Email-Anfragen sind möglich. Finanzierung aus öffentlichen Mitteln.
Die Arzneimittelkommission Deutschen Ärzteschaft bietet Industrie-unabhängige Arzneimittelinformationen.
Sowohl bei den Patienteninformationen als auch bei den eher für Ärzte gedachten Therapieempfehlungen werden auch Veröffenlichungen älteren Datums aufgeführt. Ich empfehle die Nutzung nur solcher Publikationen, die weniger als drei Jahre alt sind, wie z.B. Kreuzschmerz (2007) Tumorschmerz (2007), Herzinsuffizinez (2007) und Depression (2006).
Unabhängige Patientenberatung Deutschland. Informationen sowie nützliche und weiterführende Hinweise rund um das Thema Gesundheit sowie zu speziellen patientenrelevanten Themen. Beratung in gesundheitsrechtlichen Fragen. Auskünfte über ergänzende (regionale) Angebote der Gesundheitsversorgung.
Medizinische Kompetenznetze für eine Reihe von Krankheitsbildern, z.B. Depression, Schizophrenie. Ein staatlich gefördertes Projekt. Patienten-Information.de. Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin verweist hier auf mehr als 1.000 Websites, die den eigenen Qualitätskriterien genügen. Die Qualitätsprüfung bezieht sich nur auf formale Kriterien. Vertrauenswürdige Inhalte können damit zwar nicht garantiert werden. Im Ergebnis finden sich hier aber viele gute Websites.
Deutsches Ärzteblatt. Hier finden sich viele aktuelle und wertvolle Informationen. Suchmaske. Anleitung zur Suche als Powerpoint-Präsentation
Unklare und ungewöhnliche Symptome und Befundkonstellationen? Hier scheint Google einen Versuch wert zu sein, wie eine Studie im British Medical Journal gezeigt hat.
WIKIPEDIA Krankheitsbilder und Gesundheitsthemen werden zumeist verständlich und zutreffend abgehandelt. Verlässlichkeit ist hier aber nicht garantiert, daher sollte man WIKIPEDIA eher als ersten Einstieg nutzen.
Medizinisches Wörterbuch (Roche). Falls Sie sich noch kein medizinisches Wörterbuch in Papierform gegönnt haben (z.B. Pschyrembel, Roche), hilft Ihnen dieser Link weiter.
Die Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) sind in unterschiedliche Enbtwicklungsstufen eingeteilt. Leitlinien der Entwicklungsstufe S3 sind vergleichweise verlässlich.
Die Stufen S1 und S2 sind wissenschaftlich weniger gut begründet und in die Kategorie "mit Vorsicht genießen" einzuordnen.
Bei den folgenden, teils viel besuchten Websites verfolgen die Anbieter kommerzielle Intessen. Das ist zwar nicht verwerflich. Die Informationen sind aber nicht verlässlich, weswegen ich von der Nutzung für medizinische Entscheidungen dringend abrate. medinfo.de netdoktor.de onmeda.de medizin-forum.de medsuch.de www.lifeline.de
U-Boote der Pharmazeutischen Industrie: diabetes.de = Novo Nordisk Pharma, parkinson-web.de = GlaxoSmithKline, osteoporose.com = Sanofi- Aventis und Procter & Gamble; u.v.a.m.
Patientengruppe als Sprachrohr der Pharmazeutischen Industrie: diabetikerbund.de - Website des Deutschen Diabetikerbundes.
wissen-gesundheit.de. Ansprechend und professionell gestaltete Website. Verantwortlich zeichnet Dr. med. Günter Gerhardt, ein Allgemeinmediziner mit umfangreicher Medienerfahrung. Auf der Website bietet er einerseits nützliche und zutreffende Informationen, andererseits preist er auch zweifelhafte und als unwirksam erkannte Methoden an - eine ungute Mischung. Ich vermisse die Offenlegung der Finanzierung der Website und evtl. Interessenkonflikte.
Aloe vera gegen Bluthochdruck? Eine Seite, die nicht ein Körnchen Vertrauen verdient hat.
Ein Beispiel von Millionen für Websites mit Informationsschrott: Institut für Bachblütentherapie. "Institut" erweckt den Eindruck von Seriosität, aber der Begriff "Institut" ist nicht geschützt - jeder kann ein Institut für jedes beliebige Thema gründen. Wie so viele Heilweisen aus dem alternativen Bereich, handelt es sich bei der Bachblütentherapie offensichtlich um ein Mittel für und gegen alles, um ein Allheilmittel.
Dr. Matthias Rath zähle ich zu den skrupellosesten Geschäftemachern. Mit wissenschaftlichem und humanistischem Anstrich verspricht er Menschen, die wegen schwerer Erkrankungen nach Hoffnung und Hilfe suchen das Blaue vom Himmel herunter. Mit seinen überteuerten Vitaminpräparaten behauptet er so gut wie jede Krankheit heilen zu können. Mit Fallberichten zu einem weit gefächerten Spektrum von Krankheiten (z.B. Bauchspeicheldrüsenkrebs, Lungenkrebs, Herzinfarkt) weckt er bei verzweifelten Menschen falsche Hoffnungen.
Dr. Hulda Clark verspricht Heilung von allen Krankheiten, insbesondere von Krebs: dümmmer geht's nicht.
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